Sigmaringendorf

Die Gemeinde Sigmaringendorf mit dem Ortsteil Laucherthal liegt eingebettet in das idyllische Donau- und Laucherttal, umgeben von Wald und Naturlandschaft, am Zusammenfluss von Donau und Lauchert; sie gehört zum Naturpark "Obere Donau". Aufgrund ihrer Entwicklung, einer regen Bautätigkeit sowie der Ausdehnung von Industrie und Gewerbe ist Sigmaringendorf Wohn- und Industriegemeinde. Sie zählt derzeit rund 3.700 Einwohner.

Die Gemarkung hat eine Fläche von 1248 ha, davon ca. 350 ha Waldflächen und liegt auf einer Höhe von 560 bis 643 m über N.N. (Rathaus 569 m).

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Sigmaringendorf datiert aus dem Jahre 1249. Dort ist in der von Papst Innozenz IV. unterzeichneten "Lyoner Urkunde" die Pfarrei "Sigemaringen" (-dorf) neben anderen Besitzungen des Klosters Mehrerau bei Bregenz unter besonderen kirchlichen Schutz gestellt.

Beim Blick in die Siedlungs- und Entstehungsgeschichte stellt man jedoch fest, dass der Ort viel älter ist. Die Tatsache, dass hier eine Römerstraße durchführte und man römische Siedlungsreste fand sowie auf einen Alemannenfriedhof stieß, lässt auf eine frühe Besiedelung schließen.

Auch darf angenommen werden, dass schon in der Hallstattzeit auf der hiesigen Gemarkung Menschen lebten. Hinweise auf keltische Besiedelung sind Grabhügel im Ziegelholz und keltische Ringwälle am Kappenbühl.

Kelten und Römer hinterließen hier also schon ihre Spuren und später, im Zuge der alemannischen Landnahme in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts, siedelten Alemannen von deren Sippenältesten "Sigemar" wohl der Ortsname stammen dürfte.

So kann man feststellen, dass das Dorf der ältesten Siedlungsschicht zuzurechnen ist. Es darf angenommen werden, dass im 11. Jahrhundert der Ortsadel, als er sich von der Bauerngemeinschaft zu lösen begann, westlich des bisherigen Dorfbesitzes auf steilem Donaufelsen eine feste Burg baute, der die Ortsherren des Dorfes Sigemaringen ihren bisherigen Namen gaben und woraus wohl die Stadt Sigmaringen entstand.

Industriell geprägt ist die Gemeinde bereits seit dem Jahre 1708, als Fürst Meinrad II. von Hohenzollern auf hiesiger Gemarkung einen Hochofen zur Verhüttung von Bohnerz errichtete und damit den Grundstein für das "Hüttenwerk Laucherthal" legte. Aufgrund des Bohnerzvorkommens in der Gegend wurde zuvor schon Eisen in einfachen "Rennfeuern" hergestellt.

Zur Gemeinde Sigmaringendorf gehört auch der Ortsteil Laucherthal. Das südliche der Donau gelegene Wohngebiet bezeichnen die Einwohner von Sigmaringendorf als Zizahausa. Der Begriff Zizahausa stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Holzhändler Gabriel Springer aus Zizenhausen hatte sich als erstes südlich der Donau angesiedelt.

Der Ortsteil Laucherthal entstand als Ansiedlung der Arbeiterschaft zu der dort 1708 durch Fürst Meinrad II. errichteten Eisenschmelze. Im Laufe der Zeit vergrößerte sich diese Ansiedlung und ist durch die Bebauung aus beiden Richtungen mit dem Ort Sigmaringendorf zusammengewachsen.